Pfotenverband

Pfotenverband
In Glasscherben getreten, beim Buddeln eine Kralle abgerissen oder beim Laufen auf Asphalt die Pfoten verletzt. Das sind nur einige Beispiele für mögliche Situationen, in denen Ihr Hund Blessuren an seinen Füssen davon tragen kann.Weshalb müssen Wunden versorgt werden?
Gerade an den Pfoten sind Wunden in der Regel verunreinigt. Das kann zu weiteren Komplikationen führen. Zum Beispiel Entzündung, Blutvergiftung und Absterben von zunächst nicht betroffenem Gewebe.
Blutungen bei Pfotenverletzungen sind häufig nicht lebensbedrohlich, dennoch sollten Sie durch einen Verband den Blutverlust so gering, wie möglich halten.
Ein Verband erfüllt noch einen weiteren Zweck. Ihr Hund kann die verletzte Stelle nicht ablecken oder benagen. So unterstützen Sie die Wundheilung.
Manche Verletzungen heilen ohne medizinische Versorgung nur unzureichend. Deshalb sollten Sie im Zweifelsfall immer einen Tierarzt zu Rate ziehen.
Das benötigen Sie
Zu einer guten Wundversorgung an Pfoten gehören:
• alkoholfreies, farbloses Desinfektionsmittel (z.B. Octenisept)
• Polsterbinde
• Wundkompresse
• Fixierbinde(n), besser selbsthaftende Binden
• Heftpflaster (nur bei Verwendung von Fixierbinden notwendig)
• evtl. Pfotenschuh als Verbandschutz
So wird’s gemacht
Bei stark verschmutzten Wunden können Sie diese zunächst mit klarem, kaltem Wasser reinigen.
Falls vorhanden, entfernen Sie bitte um die Wundränder herum mit einer Schere die Haare, damit diese nicht mit der Wunde verkleben oder gar Entzündungen verursachen.
Nun können Sie ein Desinfektionsmittel auftragen. Dafür können Sie alkoholfreie Präparate für Menschen verwenden (z.B. Octenisept). Sie sollten transparente Mittel bevorzugen, da diese die Wunde nicht einfärben und somit eine spätere Begutachtung der Wunde durch den Tierarzt erleichtern.
Jetzt können Sie eine Wundkompresse auf die Verletzung legen.
Im nächsten Schritt machen Sie sich daran, die Pfote gut abzupolstern. Dabei wird jeder Zwischenraum mit Watte versehen. Bitte vergessen Sie nicht, die Daumen- bzw. falls vorhanden, die Wolfskralle (hinten) zu polstern. Auch der Ballenzwischenraum muss bedacht werden.
Die Polsterung erfüllt zwei Zwecke. Sie verhindert ein Wundscheuern beim Laufen und nimmt Feuchtigkeit auf.
Tipp: Reißen Sie vom Polstermaterial längere Streifen ab.
So können Sie es beim anbringen der Binde besser mit einer Hand festhalten.
Als letzten Schritt umwickeln Sie die Pfote mit einer Fixierbinde und fixieren sie mit einigen Heftpflasterstreifen. Einfacher in der Handhabung sind selbsthaftende Binden. Diese kleben nur auf sich selbst. Mit ihnen lassen sich leicht rutschfeste Verbände anlegen. Beim Einsatz von selbsthaftenden Binden benötigen Sie kein Heftpflaster.
Achten Sie darauf, dass Sie den Hund so wenig, wie möglich durch den Verband einschränken. In der Regel reicht es aus, die Pfote bis zum ersten Gelenk nach der Pfote zu verbinden.
Falls Sie Ihren Hund sofort nach der Erstversorgung zum Tierarzt bringen, können Sie auf das Desinfizieren und Polstern verzichten.
Darauf müssen Sie achten
Akzeptiert Ihr Hund zunächst den Verband, benagt ihn jedoch später, dann kann das ein Signal für einen zu fest sitzenden Verband sein. Bitte legen Sie umgehend einen neuen an.
Um keine „Brutstätte“ für Bakterien zu schaffen, müssen Sie den Verband mindestens 1x täglich Wechseln oder wenn er feucht wurde (z.B. beim Spaziergang).
Mit freundlicher Unterstützung von www.hunde-hunde.de
