Verbrennungen
Verbrennungen
Sie stolpern über Ihren Hund und die kochend heiße Suppe prasselt auf ihn nieder. Ihr vierbeiniger Freund springt neugierig auf den Herd und verbrennt sich die Pfoten.Was tun bei derartigen Verletzungen? Helfen Großmutters Hausmittel?
Verbrennung oder Verbrühung?
Bei Verbrennungen oder Verbrühungen spricht man auch von thermischen Notfällen. Verbrühungen treten im Zusammenhang mit heißen Flüssigkeiten bzw. Gasen auf, Verbrennungen hingegen mit heißen Gegenständen, Strom, Strahlen oder Flammen.
Bei der ersten Hilfe ist es jedoch gleichgültig, weshalb die Schädigung aufgetreten ist. Sie ergreifen immer die gleichen Maßnahmen. Das erleichtert Ihnen die Hilfe maßgeblich.
Symptome
Verbrennungen bzw. Verbrühungen werden in vier Grade eingeteilt. Je höher der Grad, desto schwerwiegender ist die Schädigung.
1. Grad
* Hautrötung
* betroffene Region fühlt sich warm an
* der Bereich ist berührungsempfindlich
2. Grad
* Blasenbildung
* Hautrötung
* der betroffenen Bereich ist sehr berührungsempfindlich
* eventuell fehlt Fell
* Kreislaufprobleme (Schock) können auftreten
3. Grad
* offene, nässende Wunden
* Hautfetzen / Fell fehlt
* Schorf (abgestorbenes Gewebe)
* Kreislaufprobleme (Schock / Bewusstlosigkeit)
4. Grad
Der vierte Grad unterscheidet sich vom dritten Grad in der Tiefe der Gewebsschädigung (z.B. Verkohlung)
Maßnahmen
In der Realität kann eine Wunde nicht immer eindeutig einem Grad zugeordnet werden. So kann sie zum Beispiel im Zentrum Grad 3 und in den Außenbereichen Grad 2 aufweisen. Bei der ersten Hilfe behandeln Sie die Wunde nach dem höchsten erkennbaren Grad. Falls Sie sich nicht sicher sind, suchen Sie bitte umgehend einen Tierarzt auf. Das ist ohne hin spätestens ab dem zweiten Grad notwendig.
Als Erstmaßnahme können Sie bei allen Verbrennungen oder Verbrühungen kühlen. Am besten eignet sich dazu fließendes, kaltes Wasser (z.B. Dusche oder Wasserhahn), sofern sich Ihr Tier das gefallen lässt. Sie können auch zu einem feuchten Tuch oder Coldpacks greifen.
Durch das Kühlen verhindern Sie ein Ausbreiten der schädigenden Hitze (Nachbrenn-Effekt). Gleichzeitig wirkt die Maßnahme schmerzlindernd.
Sie sollten grundsätzlich immer so schnell, wie möglich mit dem Kühlen beginnen. Allerdings haben lebenserhaltende Maßnahmen (z.B. bei Bewusstlosigkeit) immer Vorrang.
Bei Verbrennungen / Verbrühungen ersten Grades können Sie eine Wundheil- oder Brandsalbe auftragen, nachdem die Berührungsempfindlichkeit abgeklungen ist.
Bitte nehmen Sie bei allen anderen Graden keine weitere Wundbehandlung vor (auch nicht die Blasen aufstechen). Lediglich für den Transport zum Tierarzt können Sie die Wunde bedecken. Beispielsweise mit einem feuchten (Verband-) Tuch.
Brandwunden sind nicht zu unterschätzen. Bei schlechter Versorgung kann unter anderem eine Blutvergiftung entstehen.
Hausmittel?
Aus Großmutters Tagen haben sich einige Tipps in unsere Zeit gerettet. So heißt es, man solle Mehl auf die Brandwunde streuen oder Öl darüber gießen. Auch Milchzucker und Schüßler-Salz sollen helfen.
Bitte wenden Sie unter keinen Umständen diese „Mittel“ an. Sie führen nur zu einer starken Verunreinigung der Wunde, haben jedoch keine positive Wirkung. Viel wahrscheinlicher ist eine Infektion. Obendrein muss der Tierarzt eine wesentlich aufwendigere Wundreinigung vornehmen.
Mit freundlicher Unterstützung von www.hunde-hunde.de
