Vergiftungen Schokolade

Vergiftungen spezial: Schokolade

Schokolade, die süße Verlockung für Mensch und Hund führt bei Herrchen oder Frauchen allenfalls zu Gewichtsproblemen. Für den Vierbeiner kann das Naschen mit einem lebensbedrohlichen Notfall enden.
Was macht Schokolade giftig?
Ausschlaggebend für die Giftigkeit von Schokoladenprodukten ist der Kakaoanteil. Hier gilt die Faustregel, je höher der Anteil, desto giftiger ist die Süßigkeit. Das liegt daran, dass in den Kakaobohnen Theobromin enthalten ist. Diese Substanz reichert sich im Hundeorganismus an und wirkt auf das Nervensystem. Insbesondere sind davon das Herz, die Atmung, die Muskeln des Bewegungsapparates und der Gefäße betroffen.
 
Bei einer Schokoladenvergiftung werden Sie mindestens eines der folgenden Symptome beobachten können:

• Krämpfe
• Herzrasen, Herzrhythmusstörungen
• schnelle Atmung
• Unruhe
• Erbrechen
• erhöhter Urinabsatz
• Durst

 Die Dosis macht eine Substanz zum Gift. Das gilt auch für Kakao. Wegen der stimulierenden Wirkung auf das Herz und die Atmung, wurde Schokolade in geringen Mengen früher illegal als Dopingmittel bei Hunderennen eingesetzt.
Die tödliche Menge Schokolade ist verhältnismäßig klein. Circa 6g Schokolade mit hohem Kakaoanteil (z.B. Zartbitter oder Kuvertüre) pro kg Körpergewicht reichen aus. Das bedeutet für einen 10kg schweren Hund, etwas mehr als eine halbe Tafel Zartbitterschokolade kann für ihn tödlich sein. Bei Vollmilchschokolade liegt die tödliche Dosis wegen des geringeren Kakaoanteils bei ca. 18g pro kg Körpergewicht. Bei Tieren, die zu Epilepsie neigen, können weitaus geringere Dosen Anfälle auslösen. Die Wirkung setzt innerhalb 4-12 Stunden ein.
 
Erste Hilfe
Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund Schokolade gefressen hat, suchen Sie bitte schon vor Wirkungseintritt einen Tierarzt auf. Bitte bedenken Sie, dass mit der Schokolade eventuell auch Verpackungsmaterial (Fremdkörper im Magen- / Darmtrakt!) aufgenommen wurde.
 
Ansonsten gelten auch hier, wie bei anderen Vergiftungen folgende Verhaltensregeln:

• lösen Sie auf keinen Fall Erbrechen aus
• reagieren Sie nur auf die einsetzenden Symptome
• krampfenden Hund nicht festhalten (gefährliche Gegenstände aus seinem Umfeld räumen oder sichern)
• Bei Bewusstlosigkeit entsprechende Maßnahmen ergreifen (z.B.  Atemwege freihalten, ggf. reanimieren)
• bei Atemproblemen Hund in der Haltung belassen, die er einnimmt
• vermeiden Sie weiteren Stress für das Tier (z.B. Ruhe, sanftes Sprechen)
• Proben sammeln (z.B. Erbrochenes)
• Tierarzt aufsuchen (bitte unbedingt vorher anrufen)

Mit freundlicher Unterstützung von www.hunde-hunde.de